Plattentest von Hesitation Marks: „Das zerbrechliche Leben“

Plattentest.de hat sich das neue Nine Inch Nails – Album angehört und kommt dabei zu einem ähnlichen Urteil wie bereits andere Medienvertreter. Das Album wird mit 7 von 10 positiv wahrgenommen. Die Bewertung wird wie gefolgt begründet:

Wir schwirren kurz zurück ins Hier und Jetzt: „Hesitation marks“ setzt sich also musikalisch auf eine ganz eigene Art zwischen „Pretty hate machine“ und „The downward spiral“. Zwischen den latenten Drang zum Suizid und das letzte komatöse Aufbäumen. Aber eben nicht nur. Und auch nicht so ganz. Reznor bedient sich der bekannten Soundmuster – geschenkt, dass er kein Bob Dylan mehr wird und stattdessen lieber immer um sich und die gewohnten Themen kreist. Dennoch erschafft aber mit diesem Album Collagen und Landschaften, die man bisher so von ihm nicht kannte. „Hesitation marks“ ist sicherlich das künstlerisch interessanteste Nine-Inch-Nails-Album seit dem Überwerk „The fragile“. Je länger diese Platte dauert, desto mehr ist sie ein Stinkefinger an die Erwartungen und klingt bisweilen wie eine von Reznors zeitweise famosen Remix-Sammlungen. Vieles wirkt dekonstruiert, als hätte er bewährte Schablonen genommen und diese in penibelster Kleinstarbeit geschrottet, um sie mit kleinen, elektronischen Spielereien in neuem Licht erstrahlen zu lassen. Kaum mehr sägende Gitarren, die die dicke Luft zerschneiden. Reznor schreit nicht – Reznor flüstert, haucht, schweigt, scheint in sich einzukehren, langsam Ruhe gefunden und Frieden mit der Welt geschlossen zu haben. Der Leidende ist nicht mehr nur äußerlich gestählt. Vorbei, das zerbrechliche Leben.

Trent Reznor im Gespräch mit NPR: „Ich bin nicht mehr derselbe, der ich vor 20 Jahren war“

NPRTrent Reznor spricht mit dem National Public Radio über seine Eindrücke, die er bei der nun beendeten Festivaltour gesammelt hat und reflektiert seine Karriere. Daneben spricht er über das neue Album Hesitation Marks, stellt hier unter anderem heraus, dass sein Ziel es ist, Lieder zu komponieren, die bei jedem Hören besser werden. Weiterhin kritisiert er, dass viele seiner Interviewaussagen aus dem Kontext gerissen und so verfälscht würden. Anders jedoch als noch in den 90ern – Jahren kümmere ihn dies jedoch nicht mehr so stark, da er selbst gelassener geworden ist.

Hesitation Marks in der deutschen Kritik

Insgesamt kommt das neue Nine Inch Nails - Album eher positiv weg.

Das neue Album Nine Inch Nails – Album „Hesitation Marks“ haben verschiedene Portale rezensiert. Insgesamt zeigt sich bisher ein positives Bild. An dieser Stelle sollen diese Kritiken auszugsweise vorgestellt werden.

Spiegel Online

Die Onlineausgabe des Spiegels gibt Hesitation Marks 7,6 Punkte von 10.

Die Grundstimmung ist verhalten, aber nicht abgeschlafft, elektronische Rhythmen, auch schnellere, dominieren, Gitarren, wie in „Came Back Haunted“, akzentuieren ein konzentriertes Pulsieren und Wummern aus dem Computer, das clubtauglich ist, jedoch kaum an aktuelle Trends des Genres anknüpft: Reznor bleibt seiner Ende der Achtziger mit „Pretty Hate Machine“ erfundenen EBM-Klangwelt treu, was „Hesitation Marks“ zu einem seltsam aus der Zeit gefallenen Album macht, einem remasterten Ruf aus der Vergangenheit.

Am Ende, so scheint es, ist Trent Reznor doch noch bei der Ironisierung der eigenen Dämonen angekommen. Und dennoch suggeriert jeder angespannte Psychokiller-Ton auf „Hesitation Marks“, dass sich der Künstler noch nicht sicher in seiner neu erworbenen Stabilität fühlt. Das dünne Eis über dem Wahnsinn, es kracht und knackt bei jedem zaghaften Schritt.

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Focus Online

Nine Inch Nails: Die Kopie seines Schattens

Julian Rohrer bewertet das Album ähnlich wie der Spiegel mit 7 von 10 Punkten.

Innovation? Kaum, muss aber auch nicht. Wie Panoramen baut Reznor seine Soundwände auf, die seine Fans lieben. Er schielt dabei sicherlich auch auf den Club-Sound der Gegenwart, doch allzu oft nimmt er sich zurück, setzt auf pointiertes Songwriting und entflieht so der Konvention. Trotz Oscar und Familienglück: Reznor kann es noch. Der ehemalige Brüllaffe ist zwar endgültig ruhiger geworden, aber gezähmt ist er nicht.

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gestromt.de

Die Zutaten sind zwar alle nicht neu. Man findet Anleihen bei alten Alben wie “Pretty Hate Machine” oder “Still” (die Bonus CD zu “All That Could Have Been”), bei den experimentelleren Sachen wie den Soundtracks zu “The Social Network” oder “The Girl With The Dragon Tattoo” oder auch beim von Trent Reznor produzierten Album “The Inevitable Rise and Liberation of NiggyTardust!” von Saul Williams… Aber was Trent Reznor da zusammengebraut hat, klingt frisch, anders, neu! “Hesitation Marks” ist vielleicht kein Meilenstein, aber auf jeden Fall ein würdiges Comeback… Oder besser eine gelungene Neuerfindung! Vier von Fünf Daumen hoch!

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Whiskey-Soda.de

‚Hesitation Marks‘ ist, obgleich lyrisch hochwertig, frei von starken Statements und trennscharfer Konturierung, ‚Hesitation Marks‘ ist Schattenboxen. Die Bass-Loops wummern zwar und drängen, der Beat schubst den Hörer nicht selten auf Tanzmodus, die charakteristisch kratzigen Gitarrenparts winden sich eitel – all dies zeichnet auch ‚Hesitation Marks‘ aus. Doch inmitten von alledem werden wir Zeuge eines Trent Reznor fernab vom polarisierenden ‚Year Zero‘, der besonnen seine Texte interpretiert, seine Stimme kaum mehr ernstlicht erhebt und dem Krach den kontemplativen Gänsehaut-Flüster-Singsang – den Reznor unbestritten beherrscht wie kaum ein Anderer – oder zumindest die gedämpftere, im eigenen Sound verwaschende Intonation à la ‚Various Methods Of Escape‘ oder auch ‚While I’m Still Here‘ vorzieht.

Das Musikmagazin zensiert das Album mit einer 2-.

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Hesitation Marks – Rezension: „Der Quasi-Nachfolger der ‚Downward Spiral'“

Das Musikmagazin Laut.de hat sich dem neuen Nine Inch Nails – Album „Hesitation Marks“ gewidmet. Dabei kommt Sven Kabelitz eher zu einem durchwachsenen Ergebnis und gibt der Platte 3 von 5 Sternen. Highlight der Platte ist für ihn „While I’m Still Here“, insgesamt bemängelt er im Vergleich zu früheren Alben die fehlende Geschlossenheit von Hesitation Marks und fehlende Innovationen.

Vieles am elektronischen Ansatz des neuen Longplayers erinnert an den Erstling „Pretty Hate Machine“. „HALO 28“ geht unentschlossen einen Schritt nach vorne, um gleich darauf zwei zurück zu weichen.

All dies täuscht jedoch nur kurzzeitig darüber hinweg, dass sich unter dem neuen, kraftstrotzendem Gewand [von „All Time Low“] nichts weiteres befindet, als ein gelungenes, aber eben auch aufgewärmtes „Closer 2.0“.

Hesitation Marks ab Freitag erhältlich

Ein Überblick über die verschiedenen Editionen vom neuen Nine Inch Nails - Album.

Das Warten hat diese Woche ein Ende: Das neue Nine Inch Nails – Album „Hesitation Marks“ erscheint diesen Freitag in Deutschland. Der Beitrag soll einen Überblick über die verschiedenen Fassungen des Albums geben.

Neben der Standardvariante ist das Album in einer Deluxe Edition mit einem zusätzlichen Hardcover – Booklet erhältlich. Diese enthält zu den 14 Liedern 3 Remixe und kann wie die „normale“ Fassung als CD und als Download erworben werden. Für den japanischen Markt gibt es noch eine Fassung, welche einen zusätzlichen Remix enthält. Daneben kann das Album bei iTunes als besondere „iTunes Deluxe Edition“ gekauft werden. Über dem Inhalt der Deluxe Edition hinaus gibt es hier noch ein ca. 41 minütiges exklusives Interview.

Die offizielle Seite der Band bietet zudem ab dem 3. September eine anders gemasterte Fassung zum Download an, die für „audiophile“ Ohren einen besonderen Genuss liefern soll. Weitere Infos hierzu in englisch auf Nin.com.

Zudem kann Hesitation Marks auf Vinyl erworben werden. Alle Fassungen – bis auf die besonders gemischte Fassung von nin.com – erhalten ein eigenes Cover und unterscheiden sich so auch optisch voneinander. Zusätzlich zu den bereits hier vorgestellten Covern, gibt es auch ein separates für die japanische Deluxe Edition, als auch die „iTunes Deluxe Edition“.

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