Charlie Clouser war von 1994 bis 2000 Mitglied bei Nine Inch Nails. Während dieser Zeit wirkte er u.a. an den Alben „The Downward Spiral“ sowie „The Fragile“ mit und übernahm ab Ende 1994 das Keyboard bei Liveauftritten. In einem Interview mit Alternative Nation spricht er nun über diese Zeit. Dabei geht es vor allem um den Ein- und den Ausstieg aus Band.

Erstkontakt & Auf Tour

So gibt Clouser an, dass ein Schulkollege von ihm eher zufällig den Kontakt hergestellt hatte, damit Clouser bei der Produktion des Videos zu “Happiness in Slavery” helfen könne. Beeindruckt von Trent Reznors Tatendrang und Kreativität konzentrierte sich Clouser von da an voll auf die Arbeit mit ihm und und unterstütze ihn bei verschiedenen Projekten, u.a. dem Debütalbum Marilyn Mansons.

Als Ende 1994 Keyboarder James Wooley die Band verließ, übernahm er auf Bitten Reznors zudem einen Part in der Liveband, obwohl er sich nach eigenen Angaben nicht als Keyboardspieler fühlte und zuvor noch nie auf der Bühne Keyboard gespielt hatte. Sein Livedebüt als Keyboarder fand so vor 22 000 Nine Inch Nails – Fans statt.

Für die Tourneen findet er lobende Worte. Besonders hervorstechend empfand er, dass Reznor den Fokus mehr auf eine bestmöglichste Qualität in kreativer Hinsicht legte, denn stur eine Kostenrechnung durchzuführen, auch wenn es am Ende bedeutete, möglicherweise Verluste einzufahren.

Nothing Studios & getrennte Wege

Nach der „The Downward Spiral“ – Tournee zog er zusammen mit Trent Reznor und ein paar anderen Kollegen von Los Angeles nach New Orleans, wo Trent Reznor in einer ehemaligen Leichenhalle einen Studiokomplex namens Nothing Studios eingerichtet hatte. Clouser half bei der Einrichtung des Studios und produzierte in diesen sowohl verschiedene Remixe (David Bowie, White Zombie, Jamiroquai und Type O Negative) als auch Lieder für die Band Helmet. Nachdem das Album „The Fragile“ fertiggestellt und die dazugehörige Tour vorbei war, trennten sich die Wege wieder. Als einen Grund hierfür gibt Clouser das sich verändernde Klima in der Musikindustrie an.

Als 2005 Nine Inch Nails wieder öffentlich auftrat, war es für Clouser keine Option mehr Teil der Band zu sein. Zum einen hatte sich sein Schwerpunkt auf Soundtrackarbeiten verschoben, zum anderen sah er sich nicht mehr als passend an für das „neue“ Nine Inch Nails, auch weil Trent Reznor mit neuen Leuten zusammenarbeitete, um neue Ansätze auszuprobieren.